Ateliergeflüster - das Wahlplichtfach BE

Von zerstückelten Früchten, Drachen und hohen Internetkosten


September 2004, einige SchülerInnen finden sich orientierungslos in unserem 2. Zeichensaal ein. Auch ich saß hier als eine von ihnen und wartete gespannt darauf was mich nun erwartete. Wir wüssten dass uns Prof. Stolba unterrichten würde, sonst hatten wir keinerlei Informationen. Schließlich hieß es, wir dürften machen was wir wollen, solange man es irgendwie als Kunst bezeichnen und darüber diskutieren und es interpretieren etc. könne. In unserem ersten Jahr lernten wir einen breiten Fächer von Maltechniken kennen und malten was uns gerade in den Sinn kam.
(die Macht der Skizze, wie macht man Skizzen?)

Ich zum Beispiel arbeitete das gesamte Schuljahr an einem Ölgemälde. Oft strapazierten wir dadurch ein wenig unser Computersystem, da sich uns oft das Internet als Muse präsentierte. Irgendwie kam es bisher nie zu einer Veröffentlichung der Arbeiten, teils wegen Mangels an Arbeiten [sicherlich nicht, Anm. der Red.], teils wegen des allzu großen Interesses der Schüler auch nur drei Wörter zu ihren Bildern oder generell zu dem WPF zu schreiben. Schließlich versuchen wir unsere Ideale stumm und mit Hilfe eines Pinsels auszudrücken, wer hat jemals gesagt, dass wir dann auch noch etwas Geschriebenes zu Stande bringen müssten?
(David an seinem Bilderzyklus: Galerie der Augenblicke)

So aber jetzt mal ernsthaft: Was machen wir diese zwei Stunden pro Woche?
Nun ich muss zugeben, dass es schon einige Stunden gab, in welchen uns niemand geglaubt hätte, dass wir uns in einen Kunst Wahlpflichtfach befänden. Ja, das stimmt, in so mancher Stunde dominierte das Philosophieren über Redearten, den Sinn des Lebens oder das wahre Aussehen eines Drachen. Häufig diskutierte man über Musik, man hielt Wasserschlachten ab und auch die härtesten Kämpfe, bei welchen so mancher wackere Held zu Boden ging (hart getroffen von einem Pinsel), wurden nicht vernachlässigt.

Doch der werfe den ersten Stein der wirklich zu wissen glaubt, wie die perfekte Atelierstimmung auszusehen hat. Wer sagt dass Jazzmusik, ein paar wenige Wagenladungen Spaß nicht eine hervorragende Grundlage für gute Werke bildet?
(nicht jeder scheint Jazz zu mögen)

Denn generell kann man sagen, dass unsere Gruppe schon das eine oder andere Meisterwerk hervorbrachte, und wir doch den Großteil unserer Stunden mit Kreativität verbringen.
Da wir uns nun schon längst im 2. Jahr befinden, fanden wir es an der Zeit, von unseren Arbeiten den Staub herunterzukratzen und uns ins grelle Licht der Öffentlichkeit zu wagen.
(Orange im Schnitt, Detail)

Bericht: Veronika Suschnig, 7A

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