2 Jahre Praxisklasse – Experiment und erste Erfahrungen

"Sag es mir und ich werde es vergessen,
erkläre es mir und ich werde es behalten
lass es mich tun und ich werde es verstehen"
Lao Tse

Im Schuljahr 2016/17 startete das lange entwickelte neue Format der PRAXISKLASSE, nun befinden wir uns in der Zielgerade, eine nächste Klasse ist in Planung.

Kurzer Abriss:
Über mehr als zwei Jahre traf sich ein sehr ambitionierter, inspirierender und bunt gemischter ThinkTank lang erfahrener bis hin zu "frischen" Lehrerinnen (A. Reiter, G. Kasy, D. Steiner, R. Ringhofer, L. Dox, B. Stokhammer, R. Weichselbaum) und Direktorin Eva Mersits regelmäßig zum Thema “Veränderter und idealerer Lernbedingungen für am Höhepunkt ihrer Ich-Findung stehender Jugendlicher im Alter von 15-16-Jähriger”. Ideen sprudelten, best-pracitice Inspirationen z.B. von der W@lz Wien wurden eingeholt, eine Total-Reform von Schule wurde erträumt…

Problem: apathische, im Kopf schlichtweg mit anderen, z.B. ihrer persönlichen Entwicklung beschäftigte SchülerInnen in den Klassen 5 und 6, wenig Beteiligung und Begeisterung im Unterricht, fehlende Motivation, die vielen Grenzen des Systems...

Lösungsansatz: mehr Praxis, Unterbrechung des theoretischen Inputs durch v.a. auch auswärts stattfindende Praxisblöcke, Learning by Doing, erfahrend lernen (neurowissenschaftliche Erkenntnisse in Bezug auf Lernen), Raum für Persönlichkeitsentwicklung, intensive Lernblöcke, Begegnung mit der realen Arbeitswelt, Freude am Lernen wieder wecken, …

2015/16 kristallisierte sich dann eine Umsetzung der Idee mit dem Jahrgang der Klassenvorstände Reni Weichselbaum und Bettina Stokhammer heraus, welche mit Hilfe von Frau Direktor Eva Mersits und Neu-Administrator Rüdiger Schaffer ein bis ins Detail ausgetüfteltes Konzept ausarbeiteten. Nach dem – nicht ohne einiger Einwände – erreichten OK durch die Landesschulinspektorin konnte nun zur Umsetzung übergegangen werden.
Im Mittelpunkt sollte also die persönliche Entwicklung, Orientierung und Selbsterfahrung stehen. Diese sollen durch Praxis in unterschiedlichsten Umgebungen und Projekten gefördert und geweckt werden. Ziel ist die persönliche, soziale und Entfaltung Entwicklung um die SchülerInnen für ihre Rolle als kritische, partizipative und verantwortliche Mitglieder der Gesellschaft vorzubereiten.

Das Konzept baut auf den folgenden Bausteinen:
A) Höhere Bildung, Ziel: Matura
Lehrplan der AHS
Allgemeinbildung
Präsentationstechniken
Projektmanagement
Komplexe gesellschaftlicher Zusammenhänge
Medienkompetenz

B) Persönlichkeitsentwicklung
Naturerfahrung und Reduktion
Theater/Kunstprojekte
Selbsterfahrung, Selbstreflexion, Ich-Findung
Gruppendynamik und Teamerfahrung
Sozialprojekte
Coaching und individuelle Lern- und Entwicklungsberatung
Berufliche Orientierung
C) Praxiserfahrung
Praktika, um das theoretische Wissen in der Praxis anzuwenden
Auslandsaufenthalte
Hands-On-Erfahrung
Körperlicher Einsatz


Aus den vier vierten Klassen meldeten sich schließlich 30 neugierige und für Neues offene SchülerInnen mit deren Eltern für dieses für eine Regelschule einzigartige Modell.

2016/17 Start der PRAXISKLASSE,
Klassenvorständin Reni Weichselbaum, Co-KV Bettina Stokhammer

1. Jahr, 5b, 2106/17
Am ersten Wochenende des neuen Schuljahres ging es denn auch gleich los:
Wildnistage in den Kalkalpen, 5 Tage "Survival"-Wanderung mit großem Rucksack (Zelt, Schlafsack, Verpflegung): Reduktion und Selbstreflexion, Natur- und Selbsterfahrung, Team-Building der neu zusammengewürfelten Klasse, an die Grenzen gehen (persönlich, zivilisatorisch, …)
[Leitung: G. Adler, R. Weichselbaum, B. Berghold, M. Anderssen-Gassner]
Zurück kam eine bereits durch diese wenigen, umso intensiveren, an Erfahrung reichen Tage zusammengewachsene Klasse mit auffällig angenehmer Klassenatmosphäre, auch durch unbeteiligte KollegInnen konstatiert.


Nach zwei "normalen" Unterrichtsmonaten stürzten wir uns Mitte November dann in unser Theaterstück/Theatererfahrung: In 2 Wochen standen die Stärkung von Selbstkompetenzen wie Präsentation, Stimmbildung, Selbstorganisation, aber auch kreativ-künstlerische Kompetenzen im Vordergrund, Gruppenerfahrungen gingen neben Selbstversorgung und angebranntem Milchreis bei theatralen Spielen und gemeinsamen Theaterbesuchen einher. Die Klasse entschied sich für den Themenkomplex Krieg – Flucht – Asyl und mithilfe von Dramapädagogin B. Stokhammer und R. Weichselbaum wurde von persönlicher Erfahrung einer nachgestellten Flucht, vieler ausgiebiger Diskussionen, die inhaltlich Fächer von Deutsch, Geschichte, Politischer Bildung als auch Englisch und der mitgebrachten Muttersprachen verbanden, das eigene Stück "R.I.P. …. Krieg. Stell dir vor, er wäre hier" von Text- über Szenenentwicklung bis hin zum Bühnenbild (F. Gruber, D. Tagger) und entsprechender Musik (R. Weichselbaum) bis hin zu einer fulminanten Aufführung entwickelt.

Nun folgte eine längere "normale" Schulphase, allerdings ergänzt durch die Nachholblöcke des durch die Praxiszeiten versäumten Unterrichts. Eine Besonderheit der Praxisklasse, bedeutet dies schlichtweg auch mehr Schulzeit – die Matura im Nacken muss der Unterrichtsstoff trotzdem untergebracht werden, auch wenn in der Praxis natürlich auch bereits unersetzlich viel gelernt wird.
Im März/April stand nun das Mini-Sozialpraktikum an – 10-15 Stunden waren außerhalb der Schulzeit in einer sozialen Einrichtung zu absolvieren. Die Stellen wurden größtenteils selbst organisiert und reichten von Nachbarschaftszentren, Behinderten-Werkstätten, Kindergärten, Schulen, Tierheimen bis hin zum geriatrischen Bereich und der Flüchtlingshilfe. Als kleiner Einblick und Möglichkeit, in den sozialen Bereich hineinzuschnuppern, sollte dieses kleine Sozialpraktikum auf das große in der 6.Klasse vorbereiten, wenn auch die kurze Zeit nur einen kleinen Eindruck erlaubte. Trotzdem konnten die SchülerInnen erste Erfahrungen sammeln und hieraus bereits überlegen, wohin das 2-wöchige Sozialpraktikum führen sollte. In einer abschließenden schriftlichen Reflexion machten sich die SchülerInnen weiterführende Gedanken zur Bedeutung des Praktikums für die eigene Persönlichkeit und den sozialen Sektor in Bezug auf die Gesellschaft.

Archäologie: Eine kleine Samstagsexkursion nach Carnuntum brachte uns im April Geschichte und Archäologie nahe und machte diese erlebbar. Auf Wachstafeln schreiben, in die Rolle einer Römerin, eines Römers und deren Sklaven schlüpfen, aber ebenso an einer kleinen Grabungsstätte Scherben, Knochen und andere Spuren suchen und finden, indem die Grabungsstelle nach archäologischen Vorgaben vermessen und abgesteckt wurde.

Letzter großer Höhepunkt und Praxisblock des ersten Jahres: das 2-wöchige Landwirtschaftspraktikum.
Endlich war es soweit. Die 6b verteilte sich auf Bauernhöfe über fast ganz Österreich. Alleine oder zu zweit reisten 30 neugierige, erwartungsvolle Jugendliche mit vielleicht doch auch ein wenig mulmigem Gefühl zu ihren Bauern und Bäuerinnen. Die Praktikumsstellen hatten sie sich größtenteils alleine, mit Hilfe ihrer Eltern, der "WWOOF"- Plattform oder im Notfall auch mit meiner Hilfe organisiert, fast alle waren BiobäuerInnen, die Bandbreite reichte von Vieh- und Milchwirtschaft über Pferdehöfe und gemischte Betriebe bis hin zu reinen Gemüsebauern.
Nun waren sie auf sich gestellt, anstrengende körperliche Arbeit wartete bereits im Morgengrauen und ein Arbeitstag konnte lang sein, die härteste Schule dauerte von 5:30 bis 21:00, wenn auch mit kleinen Unterbrechungen für Mittag- und Abendessen…
Und doch lernte jedeR so vieles! Natürlich über viel Biologie, über Tiere und Pflanzen, Fruchtfolgen, Alternativen zur konventionellen Schädlingsbekämpfung bzw. ökologisches Gleichgewicht, aber auch über sich selbst, über die eigene Belastbarkeit, über Arbeit und hierarchische Verhältnisse, über anderes Denken und unterschiedliche Lebenskonzepte, über Lebensrealitäten, Arbeitsrealitäten, die Herkunft unserer Lebensmittel und die notwendige Geduld in deren Anbau und Pflege, aber auch über Dialekte und besondere Ausdrücke in den jeweiligen Regionen, u.v.m. Manche hatten Glück und hatten wirklich "leiwande" Bauern erwischt, fühlten sich wohl und zwei kehrten sogar im Sommer zurück, andere hatten etwas "strengere" – nie ungute – Landwirte erwischt. Eine unglaubliche horizonterweiternde Erfahrung war es jedoch jedenfalls für alle! Ich fuhr mit meinem VW-Bus durch halb Österreich, besuchte die meisten vor Ort auf ihren Höfen und ich war beeindruckt, wie selbstständig, kräftig und engagiert sich "meine Stadtkinder" einbrachten.
Die Eltern wiederum meinten durchwegs gereifte, veränderte und an Selbstbewusstsein und Selbständigkeit gewachsene Kinder zurückbekommen zu haben.
Die Klasse bezeichnet bis heute das Landwirtschaftspraktikum als eines der prägendsten Höhepunkte der Praxisklasse.


2.Jahr, 6b, 2017/18
Fast begann das neue Schuljahr wie eine ganz "normale" Klasse – abgesehen von einem bereits zu Beginn stehenden, sehr detaillierten Terminplan inklusive aller Schularbeits-, einiger Test-, aller Praxistermine als auch einiger schon eingeplanter Nachholblöcke.
Doch bereits in der 2.Woche wurde es wieder praktisch, leider mit einer Überschneidung mit den VWA-Workshops der 6.Klassen (die 6b holte die verpasste Unibibliothekseinführung dann aber selbstständig mit extra Lob der Bibliotheksleitung nach).

Als KickOff für das kreative Jahresprojekt – über das gesamte Schuljahr sollte an einer eigenen künstlerischen oder handwerklichen Idee getüftelt, gewerkt, gefeilt, gearbeitet werden – fuhren wir mit den KunstlehrerInnen Gruber und Picallo-Gil (und Weichselbaum) in die CREAU ('creative Au'), einem OpenSpace unterschiedlicher KünstlerInnen in den ehemaligen Stallungen der Trabrennbahn Krieau. Hier wurden wir herumgeführt, bekamen Einblicke in das Zwischennutzungsprojekt der Agentur NEST in Kooperation mit USUS e.G. (Design, Musik, Kunst und Kulturevents), durften bei einem Schmied in sein Handwerk schnuppern, bekamen einen leicht verstörenden Einblick in die Performances der Sound Pharmacy und bauten zu guter Letzt bei der SocialBuisness Firma Nut und Feder mit Flüchtlingen einen eigenen Hocker. Mit diesem starteten wir dann quer durch Wien, um abschließend im Stadtpark zu zeichnen.

Ehrlicher Weise müssen wir zugeben, dass ob der vielen weiteren Projekte und der Tatsache, dass man in einer 6.Klasse schlichtweg auch einiges für die Schule tun muss, es im 1.Semester zwar noch einige weitere Treffen zum Kunstprojekt gab, so richtig daran zu arbeiten aber erst im zweiten Semester begonnen wurde, dies dafür inzwischen mit konkreten Ideen, viel Material und einem zweiten Anstoß in der letzten Woche des 1.Semesters (in zwei Tagen gestalteten wir unseren Klassenraum neu, s.u.). Die Idee eines langsam wachsenden Jahresprojektes ist aber trotzdem gegeben, alleine dadurch, dass die Schärfung der eigenen Vorstellungen, die Einengung der Ideen auf ein konkretes Projekt und die Suche nach einem/einer geeigneten BetreuerIn (dieseR sollte eher einE KünstlerIn außerhalb der Schule sein, in manchen Fällen übernahmen aber auch LehrerInnen diese Rolle), ein längerer Prozess ähnlich der VWA, nur eben im handwerklichen oder künstlerischen Bereich. (Schließlich gibt es in der Oberstufe auch kein Werken mehr…)

Inzwischen ist jedeR voll mit der Umsetzung ihres/seines Projektes beschäftigt und es entstehen Regale, Textsammlungen, Fotografien, Raps, Instrumentalaufnahmen, Kleider, Konsolentische, Betonlautsprecher, Lampen, Zeichnungen/Gemälde, Hollywoodschaukeln, Couchtische, Upcycling-Möbel, … Die Präsentation der Werke findet am 24.Mai, dem Tag der Präsentationen der Kreativklassen und bei einer eigenen Ausstellung und großen Abschlussparty der Praxisklasse im Juni statt.

Zurück zum September: Die IRLAND–Sprachreise stand bevor. Nachdem unser ursprünglicher Plan, die Praxisklasse auf "work experience" zu schicken aufgrund des jungen Alters nicht möglich war, fuhren wir mit den anderen Klassen gemeinsam zuerst nach Dublin und dann weiter zur Sprachschule nach Galway (Leitung Koll. Stokhammer, außerdem Koll. Schmidt, Berghold, Weichselbaum).
Eine tolle Zeit, und natürlich sind Sprachreisen per se Praxis, nicht neu erfunden, dafür umso bewährter. Neben dem Besuch der Sprachschule hieß es auch sonst "in english, please" und neben irischem Essen durften wir auch viele tolle Eindrücke der irischen Landschaft, wie die Cliffs of Mohair, die Aran Islands und natürlich Dublin und Galway sammeln. Durch den frühen Termin hatten wir sogar auch meist Glück mit dem Wetter. Für die Praxisklasse gab es neben vielen Klassenübergreifenden Erfahrungen (Irish dance, ein gemeinsamer Pub-Besuch, bei dem leider die Musik erst begann, als die SchülerInnen das Lokal verlassen mussten, …) eine Mini-Work-Experience im Aquarium: Nach einer kurzen Einweisung wurde geholfen, die Becken zu putzen, PH-Wert und Temperatur zu messen und den Boden zu filtern, das Streicheln der Haie und Rochen nicht zu vergessen.

Der Oktober und November waren nun der Schule im herkömmlichen Sinne gewidmet – zusätzlich allerdings Nachholblöcke, die sich teils mit den Wahlkursen überschnitten (ein Punkt, der für nachfolgende Praxisklassen überarbeitet wird) und außerdem vorbereitende Blöcke zum Ende November anstehenden (großen) Sozialpraktikum. Wir machten uns viele Gedanken, was soziale Arbeit sein könnte, schlüpften in unterschiedliche KlientInnen-Rollen, besuchten die YoungCaritasActionFabrik und Interface, eine Organisation zur Startbegleitung für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte. Die Einrichtungen, bei denen das Praktikum absolviert werden sollte, suchten sich die SchülerInnen selbst, bei manchen stand diese schon lange fest, bei manchen bangten wir bis kurz vor Beginn ;-)
Schließlich waren jedoch alle von Nachbarschaftszentren, Volksschulen, Werkstätten oder Schulen für Menschen mit Beeinträchtigung über Flüchtlingsheime und Kindergärten bis hin zur Obdachlosenhilfe und Geriatrischen Pflegeheimen untergebracht und begannen, diesmal alleine, über Wien verstreut ihr Praktikum. Täglich gab es einen Upload eines kurzen Tagesberichtes, so dass ich als Lehrerin einigermaßen im Bilde war, ob es meinen Schützlingen auch gut geht. Im Laufe der zwei Wochen besuchte ich dann einen Großteil der Klasse an ihrer Arbeitsstelle und war beeindruckt, wie engagiert und selbstständig sich die meisten einbrachten. Für die SchülerInnen war es eine ganz besondere Erfahrung, einerseits in das betreffende Arbeitsfeld hinein zu schnuppern und auch einmal einen vollen Arbeitstag von 8 Stunden zu erleben, andererseits aber vor allem der Kontakt zu den betreffenden KlientInnen aber auch die Arbeit mit den SozialarbeiterInnen, PädagogInnen und Pflegekräften. Viele der gesammelten Erfahrungen, intensiven Begegnungen, Herausforderungen und persönlichen Momente werden noch lange nachwirken, manche auch erst viel später begriffen werden. So manch eineR der Klasse meinte, sie/er würde sich nun auch weiterhin ehrenamtlich in der einen oder anderen Einrichtung engagieren, für einige war es gar die Bestätigung, später einmal im sozialen Bereich arbeiten zu wollen.
Nach dem absolvierten Praktikum trafen wir uns noch zu einer gemeinsamen Reflexion, Austausch und zur Vorbereitung der Präsentation vor Eltern und etwaigen LehrerInnen, welche wir in der ActionFabric der YoungCaritas veranstalteten. Dieser gelungene Abend war sehr beeindruckend und ein wirklich schöner Abschluss! Persönlich setzten sich die SchülerInnen außerdem in einer längeren schriftlichen Reflexion mit dem Erlebten auseinander und die oft sehr berührenden, spannenden und teils auch sehr reifen Gedanken bestätigen und unterstreichen für mich die Wichtigkeit dieses Praktikums!
Als Abschluss überreichten wir der 2.Gruft in der Lacknergasse (u.a. Notunterkunft, Speisung und Wärmestube für Obdachlose, Notreisende, vor allem für nicht anspruchsberechtigte, obdachlose EU-BürgerInnen) noch eine Sammlung von über 250€, die wir bei der Präsentation als Spenden der Eltern sammeln konnten.
Das Sozialpraktikum zählt als Wahlkurs.

Der Dezember als auch der Januar waren sehr intensiv, tatsächlich ging nun auch Schule an bzw. über die Grenzen. Die Mini-VWA musste abgegeben werden, das Verpasste v.a. der geteilten Unterrichtsgruppen nachgeholt, Schularbeiten, Tests und andere Aufgaben erledigt.
Das Semester neigte sich aber doch dem Ende und wir schlossen es mit einem sehr schön neu gestalteten Klassenraum ab (s.o.).
Nach den Semesterferien begann PIN (Projekte in den Naturwissenschaften), in der Praxisklasse jedoch zu Projektmanagement auch im Gymnasialteil erweitert. Erstes Projekt, das die Klasse bereits gemanaged hatte, war ja bereits in der 5.Klasse die Lesung von Luna Al-Mousli gewesen, wir berichteten im letzten Jahresbericht.
Unter Leitung von Koll. Hindinger und Kastl-Killinger werden nun in Kleingruppen sowohl naturwissenschaftliche, geisteswissenschaftliche als auch "unwissenschaftliche" Projekte geplant, man darf gespannt sein. Ideen gingen bereits von einer in die Schule geholten Lesung, dem kleinen Schulgarten, der Historie des Schulgebäudes bis hin zur Ausstellungsorganisation unserer Jahresprojekte.
Sonst war die Zeit zwischen Semster- und Osterferien reguläre "Lernzeit" (mit extra-Blöcken, versteht sich). Nach den Osterferien ging es dann gleich für vier Tage nach Drosendorf, Koll Stockhammer hatte hier die Mittelalter-Archäologie-Tage mit praktischen Mauer- und Ruinen-Beispielen durchgeplant. Da ich aufgrund eines Knieunfalls leider ausfiel, begleitete dankenswerter Weise Koll Ganser die Klasse.
Der Rest des Schuljahres wird nun dem künstlerisch-handwerklichen Jahresprojekt, den Projekten aus PIN und natürlich der schulischen Lesitung gewidmet werden, die wir in einer fulminanten Abschlussausstellung präsentieren wollen.

Die Projekttage werden uns nach PRAG führen, wir freuen uns bereits.
Abschließend möchte ich mich bedanken bei allen, die an der Idee mitgearbeitet und diese unterstützt haben, auch wenn ein solch großer und anderer Weg natürlich viele Besonderheiten und einen großen organisatorischen Mehraufwand bedeutet. Bedanken bei der offen Schulleitung von Dr.Eva Mersits, die solche Experimente überhaupt zulässt und unterstützt und natürlich bei meinem Klassenteam, allen voran Koll Stokhammer, die mich auch als Klassenvorstand immer tatkräftig unterstützt. Sowohl für mich als auch die Klasse waren es zwei sehr intensive Jahre mit unglaublich vielen tollen Momenten, die ich nicht missen möchte. Viele Eltern als auch ich selbst wären selbst gerne in eine solche Klasse gegangen! Die Anstrengung hat sich gelohnt.
Die Mühlen der Reformen im Großen mahlen langsam, im Kleinen kann man aber auch bereits viel bewegen und verändern. Tun wir dies!

Mag.a Reni Weichselbaum

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