Von Fröschen, Aktien und Süßigkeiten . Berufspraktikum

Selbst ein Jahr vor dem Matura gibt es noch Überraschungen. Eine zum Beispiel war für uns die Information, dass wir im ersten Semester eine verpflichtende Betriebspraxis über drei Tage zu absolvieren haben. Zuerst dachte ich über diese Sache so: "Ist die 7. nicht schon schwer genug?", jedoch sah ich ein, dass man die Chance, vor der Matura einmal in die Arbeitswelt zu schnuppern, nutzen muss und so kam es, dass ich, nach einer nicht ganz einfachen Suche und der gespannten Wartezeit von einem Semester, am 30.1.2006 um Punkt acht Uhr bei der Portierloge der "Joseph Manner und Comp. AG" stand und so aufgeregt und neugierig meine Betriebspraxis begann.

Zu allererst musste ich den Manner-Hygienevorschriften nachkommen und bekam einen weißen Manner-Arbeitskittel und ein Haarnetz, welches in den Räumen der Lebensmittelproduktion getragen werden muss. Wirkliche Manner-Mitarbeiter müssen zudem noch Kurse zur richtigen Hygieneerhaltung absolvieren (die Firma Manner beschäftigt zur Zeit cirka 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter). Als nächstes bekam ich eine einzigartige Einführung in das virtuelle und das reale Manner - Imperium. So erfuhr ich, wie die EDV-Abteilung über die Nummern der Paletten, alle von der Firma produzierten Produkte, vom angelieferten Rohstoff bis zum ausgelieferten Endprodukt, am Bildschirm, zu jeder Zeit und in jeder Phase, überwachen kann. Ich durfte sogar selbst in dieser Abteilung mitarbeiten.

Die einzigartige Einführung in das reale Manner - Imperium war eine Führung durch die zwei Gebäude und Höfe des Hauptquartiers. Ich kam mir im wahrsten Sinne des Wortes vor, wie ein Kleinkind in einer Süßwarenfabrik. In jeder der unzähligen Abteilungen und Etagen liegt ein anderer Geruch von einer mehr oder weniger bekannten Mannerspezialität. In gigantischen Maschinen und auf unglaublich langen Förderbändern werden in Massen die kleinen Köstlichkeiten hergestellt und verpackt, die wir alle aus Supermärkten und Süßwarenläden kennen. Natürlich ist da die Verlockung groß, zuzugreifen. Dies ist aber nur aus den Kisten und Säcken, in welche der so genannte Bruch (nicht perfekt gewordene Einzelprodukte) hineinsortiert wird, auch erlaubt. Dieser Bruch wird, wenn es möglich ist, wieder zu Rohstoffen getrennt und erneut verarbeitet oder im hauseigenen Manner-Shop zu niedrigen Preisen verkauft. Es ist natürlich schwer, die Qualität der Produkte auf höchstem Niveau zu halten, denn bei den vielen Maschinen und Menschen, welche an der Produktion beteiligt sind, scheint schon mal das eine oder andere passieren zu können.

Es gibt deshalb ständige Qualitätskontrollen im eigenen Labor. Dieses überprüft jeden gelieferten Rohstoff mittels Proben, bevor dieser ausgeladen werden darf. Die Produktion selbst, wobei hier nicht nur auf die Qualität der Produkte, sondern auch auf die Sauberkeit der Produktionsmaschinen und die Hygiene der Arbeitenden, geachtet wird, unterliegt ebenso der ständigen Kontrolle durch das Labor. Die Eigenschaften der Endprodukte sollen stets gleich oder besser werden. So wird 100 prozentig für den Genuss ohne negative Folgen für den Kunden gesorgt. Ich selbst durfte mithelfen, 300 Kakaobohnen einer Lieferung aus Nigeria auf ihre Qualität hin zu überprüfen und lernte so, dass es für Kakaobohnen aus dieser Region typisch ist, eine lila Innenfarbe zu haben. Außerdem verbrachte ich meine Berufspraktikumszeit auch als helfende Hand eines Manner-Hauselektrikers. Manner produziert seine Produkte mit weltweit einzigartig gewordenen Maschinen und für die Wartung dieser, hat die Firma eine eigene Hauswerkstatt. Mit meinem "Chef" auf Arbeitstour sah ich dann auch noch die übrigen Räumlichkeiten, die Sekretariate, Konferenzräume und Büros der Manner-Administration, da die Hauselektriker per Funk zu den kleinen Notfällen im Haus gerufen werden. Alles in allem war die Berufspraktikumszeit bei "Joseph Manner und Comp. AG" sehr informativ und interessant. Ich konnte einen Blick in die, uns alle erwartende, Arbeitswelt werfen. Trotzdem - eineinhalb "unbeschwerte" Jahre GRG 17 GE warten noch absolviert zu werden...

Bericht:Thomas J.R. Haidegger, 7B
Das Praktikum hat trotz seiner Kürze bestimmt vielen geholfen sich ihre Zukunft besser vorstellen zu können. Vor allem die, die noch nie ein Praktikum hatten, konnten sich einen Blick in das Berufsleben schaffen. Ob die SchülerInnen davon positiv oder negativ beeindruckt waren ist unterschiedlich. Einige werden sicher versuchen den gleichen Beruf zu erlangen in den sie schnuppern durften, andere haben vielmehr nur einen Blick ins Berufsleben gewagt und neue Kontakte geknüpft. Ebenso waren manche eher unzufrieden. Die Arbeit war nicht so, wie sie es sich erhofft hatten. "Jedenfalls weis ich jetzt was ich nicht machen will" (Zitat eines Schülers). Viele SchülerInnen waren in Kindergärten tätig. Das am meisten gehörte Kommentar dazu war: "Die waren so süß!"

Als ich in der Früh in die BANK AUSTRIA CREDITANSTALT kam war für mich natürlich alles sehr neu. Ich hatte schon einmal ein Praktikum in der Firma JOSEF MANNER AND COMP. AG, doch das ist nicht das gleiche. Meine Mitarbeiter interessierten sich sofort für meine Zukunftspläne. Sie brachten mir zuerst bei Überweisungen zu sortieren. Ich schaute den Angestellten beim Arbeiten zu und lernte dadurch selbst mit. Das ging schnell, weil man mir erlaubte alles selbst auszuprobieren. Mit Hilfe deren Anweisungen habe ich schon am ersten Tag ein Sparbuch eröffnet und verschieden Kontostände überprüft, usw. Schon am zweiten Tag fühlte ich mich fast, wie eine Angestellte. Nun machte es mir schon Spaß zu arbeiten, denn ich kannte mich bereits gut genug aus selbst Kunden zu bedienen. Auch wenn ich oft nicht wusste was zu tun war, war immer jemand zur Stelle um mir zu helfen. Eine sehr nette Kollegin hat mit mir sogar Übungen am PC gemacht. Was ich sehr zu schätzen wusste ist, dass die Mitarbeiter mir viele Aufgaben anvertrauten ohne mich ununterbrochen zu kontrollieren.

Meine Eindrücke waren überwiegend positiv und ich könnte mir vorstellen auch später mal in einer Bank beschäftigt zu sein.

Bericht: Selma Basic 7A
Montag, 30.01.2006

Dienstantritt: 9:00 (war aber früher da) Dienstende: 15:00

Heute war ich in der Bärengruppe (bei den 1-3 jährigen). Ich habe den Kindergärtnerinnen geholfen. So habe ich z.B. auch gewickelt, Matratzen her- und weggeräumt, beim Einschlafen geholfen, mit den Kindern gespielt, sie unterhalten und als Klettergerüst gedient. Es war sehr anstrengend. Die Leute waren sehr nett und haben mir auch erklärt, dass ich nicht mit allen Kindern so nett sein darf und wie ich mit welchen (dessen Verhaltens wegen) umzugehen habe. Beim Mittagessen habe ich hergeräumt und den Kindern geholfen unverletzt (Gabel!!!) durch den Fisch und die Kartoffeln zu kommen. Nachher habe ich auch etwas bekommen, musst jedoch schnell essen, weil schon der nächste mit einem Buch vor meiner Nase rumgewedelt hat. Als es dann endlich 15:00 wurde war ich froh nach Hause zu kommen. Ich war so was von fertig, dass ich mich gleich hingelegt habe. Es war schon interessant, jedoch bin ich schon nach einem Tag zur Überzeugung gelang, dass ich auf keinen Fall einen Beruf haben will, der mit Kindern zu tun hat. Und meinen Plan vom Familienglück habe ich auch schon eingeschränkt.

Dienstag, 31.01.2006

Dienstantritt: 9:00 Dienstende: 15:00

Heute war ich zuerst in der Froschgruppe, als dann aber eine Helferin in der Fischgruppe sich krank meldete sollte ich dort aushelfen. Dort waren dann schon die "Großen" (3 -5 j ährigen). Bei denen war es nur noch anstrengender, weil die so viel geredet haben und alles hinterfragt haben z.B. habe ich eine Sonne gemalt mit einem Gesicht. Kam gleich der Kommentar: "Die Sonne hat aber kein Gesicht!". Deswegen war es heute viel anstrengender als gestern. Und die haben auch schon gewusst, dass man sich schlagen kann und beißen konnten die auch schon. Aber sie waren auch sehr lieb und haben mich immer abgebussalt und immer Tante Armina gerufen. Sie haben auch immer mich gefragt bevor sie auf Klo gegangen sind. Es hat also auch sehr viel Spaß gemacht.

Mittwoch, 01.02.2006

Dienstantritt: 9:00 Dienstende: 15:00

Mein letzter Praktiumstag ist vorbei. Bei der Käfergruppe war es heute sehr interessant. Sie waren nicht so wild wie die in der Fischgruppe und auch sehr lieb. Heute habe ich gezeichnet, Mandalas angemacht und fangen gespielt im Garten. Es war sehr kalt und deswegen sind wir auch nicht lange draußen geblieben. Beim schaukeln hat ein Kind angefangen zu weinen und da musste ich dann auch trösten. Und ganz viele Taschentücher sind fürs Naseputzen draufgegangen. Was mich sehr gewundert hat war dass die Kinder gerne Spinat gegessen haben. Da musste ich an meine Kindergartenzeit denken und daran, dass ich es gehasst habe Spinat zu essen. Der Abschied verlief ohne viel Tränen vergießen. Ich habe ganz viele Bussis bekommen und die Tanten waren auch ganz nett. Im Ganzen war es eine interessante Erfahrung, ich habe etwas fürs Leben gelernt: Ich werde NIE Kindergärtnerin.


Bericht: Amina Mehdiji
Nachdem ich mich am 1.Tag bei Frau Kordik in der parlamentarisch-wissenschaftlichen Abteilung gemeldet hatte, wurden mir im Besucherzentrum Sicherheits- und Röntgenstrahlengeräte erklärt. Ich bekam eine Privatführung durch das Palais Epstein und anschließend nahm ich an einer öffentlichen Führung durch das Parlament teil. Nun wurde ich zu einer privaten Kaffeerunde mit Direktoren und wichtigen Mitgliedern des Parlaments eingeladen. Alle verhielten sich äußerst höflich, interessiert und freundlich mir gegenüber. Ich wurde für den nächsten Tag zu einem internen Ausschuss des Rechnungshofes eingeladen. Später wurde ich in die Aufgaben der 'Literaturdokumentation'eingewiesen.

Am 2.Tag nahm ich also am Ausschuss betreffend der Ruhestandversetzungen bei der ÖBB teil. Ich lernte dabei auch den Rechnungshofpräsidenten Dr. Moser persönlich kennen.
Anschließend wurde mir die parlamentarische Bibliothek gezeigt und erklärt. Ein Mitarbeiter führte mich im 3.Untergeschoß durch die neu eingerichteten Magazine. Die sehr schmalen und niedrigen Gänge führten an den Kesselräumen, Heizungsräumen und Belüftungsschächten vorbei. Hier konnte ich noch den originalen Boden des Erbauers, Theophil Hansen sehen. Kaum ein Mitarbeiter aus dem Parlament selbst hatte bisher bis hierher vorzudringen!
Am Nachmittag informierte man mich über das Bürgerservice in der Parlamentsdirektion des Nationalrats.

Am letzten Tag wurde ich von Frau Kordik wieder über unterirdische Gänge zur Kanzlei des Nationalrats geführt. Mithilfe der Homepage parlament.gv.at) und wichtiger Papiere (Anträge, Entschließungen) wurde ich hier in das allgemeine politische Geschehen eingewiesen.

Mein größter Dank gilt der engagierten und liebenswürdigen Frau Kordik. Doch auch all den anderen überaus höflichen und freundlichen Mitarbeitern des Parlaments möchte ich danken. Zusammenfassend möchte ich erwähnen, dass ich in der kurzen Zeit erstaunlich viel Einblick in diverse Arbeitsbereiche im Parlament gewinnen durfte!


Bericht: Kathi Wickenhauser 7A
Mein Berufspraktikum absolvierte ich an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Nachdem ich mich bei Frau Fragner vorgestellt hatte, die in der Pathologischen Abteilung arbeitet und mich während der 3 Tage betreute, führte sie mich durch die Pathologie. Sie erklärte mir, welches Labor wozu dient und stellte mich auch anderen Mitarbeitern vor. Danach hat sie mir ihren Aufgabenbereich erklärt (Histologie). Wir haben Gewebsschnitte angefertigt (die zur genauen Diagnose weitergegeben werden) und die Präparate danach gefärbt. Mit einem Lichtmikroskop kann man durch die Färbung z.B. den Befall einer Schweineleber mit Circo-Viren erkennen. Eine andere Möglichkeit, ein Virus nachzuweisen, ist die Polymerase Kettenreaktion (PCR). Dabei wird in mehreren Schritten die DNA des Virus vervielfältigt. Diese moderne Methode kann auch zur Erkennung von Erbkrankheiten oder zum Vaterschaftsnachweis verwendet werden. Neben der Anfertigung und Färbung von verschiedenen Präparaten hatte ich auch die Möglichkeit, bei der Sektion zweier Schweine, dreier Katzen, eines Chamäleons und eines Hundes zuzuschauen. In dessen Darm wurde der Kopf einer Quietschente gefunden, was einige Verwunderung auslöste.
Damit ich jedoch nicht nur mit toten Tieren zu tun hatte, wurden mir auch die anderen Institutsgebäude gezeigt. Unter anderem konnte ich (gemeinsam mit einer Schulklasse) die Samengewinnung bei Pferden sehen und die anschließende Weiterbearbeitung der Samenzellen im Labor.
Zum Schluss konnte ich, gemeinsam mit einigen Studenten, Gewebsschnitte im Mikroskop anschauen. Ein Professor erklärte mir, woran man erkennen konnte, von welchem Organ die Gewebeprobe stammte. An einigen Präparaten waren auch krankheitsbedingte Veränderungen (Lungenentzündung, durchlöcherte Darmwand...) zu sehen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich meine Wahl, mein Praktikum an der Veterinärmedizinischen Universität zu machen, wirklich nicht bereue. Ich habe viel Interessantes gesehen und Sachen erfahren, von denen ich zuvor noch nie gehört habe. Fast alle Personen, mit denen ich zu tun hatte, waren sehr freundlich und offen für meine Fragen. Ich kann mir nun viel besser vorstellen, wie ein veterinärmedizinisches Studium abläuft und welche Möglichkeiten es danach gibt.

Bericht: Verena Strudl 7A

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